Mondknoten
oder: Ist das Schicksal unser Schicksal ?


Inwieweit der Mensch frei oder schicksalsgebunden ist, beschäftigt Philosophen schon seit Jahrtausenden und lässt sich durch den Intellekt alleine nicht beantworten, ganz ähnlich der Fragestellung, was denn nun zuerst da war, das Huhn oder das Ei.

Betrachtet man das Leben durch eine Metapher, z.B. als Reise mit einem Zug, so steht für alle Schicksals-gläubigen beim Besteigen des Zuges die nächste Haltestelle bereits unweigerlich  fest. Unsere Freiheit liegt lediglich darin zu entscheiden, welchen Sitzplatz wir einnehmen, ob wir uns mit den Mitreisenden unterhalten oder ob wir den Speisewagen aufsuchen. Diese kleinen, wenn auch wichtigen Details lenken jedoch von einer weit wichtigeren Frage ab, die ein “Freidenker” als erstes stellen würde:
Welche Möglichkeiten habe ich an der nächsten Haltestelle ?
Bleibe ich im Zug oder steige ich lieber aus (um vielleicht mit einem anderen Transportmittel weiter zu fahren)?

So scheint es auch in unserem Leben immer wieder Möglichkeiten zu geben, zu bestimmten Zeiten Entscheidungen zu treffen und eine neue Richtung einzuschlagen.

In der Kindheit mussten wir oft Entscheidungen treffen (z.B. wie wir auf Strafe, Lob etc. reagieren) obwohl wir zu diesem Zeitpunkt nur einen beschränkten Überblick über das Leben hatten. Fixieren wir nun als Erwachsene diese Erinnerungen, können sie tatsächlich zu “schicksalhaften Prägungen” werden. Das muss aber gar nicht sein, denn als Erwachsene haben wir die Möglichkeit, solche Reaktionen zu hinterfragen.

Damit können wir uns von bestimmten Festlegungen befreien und lohnendere Wege finden (z.B. über die spätere Ausübung eines bestimmten Berufes). Das, was wir früher als Schicksal bezeichneten, ist zu einer bewussten Auseinandersetzung geworden.
Mit anderen Worten:
Was wir in der Astrologie als Schicksal bezeichnen, betrifft immer nur alle nicht integrierten Anlagen im Horoskop.

Die Tatsache, die wir lange Jahre zu hören bekamen, nämlich dass unsere Erziehung schuld an unserem Schicksal sei, wurde widerlegt. Es fiel auf, dass innerhalb der gleichen Familie Kinder gleicher Eltern deren Botschaften unterschiedlich “filterten”. Für die Astrologie ist das Geburtshoroskop dieser Filter, über welchen wir ganz bestimmte Botschaften aufnehmen, die sich im Laufe der Jahre zu Grundüberzeugungen über das Leben verdichten.

Aufgrund der Durchlässigkeit der Filter sind wir jedoch in der Lage, diese bestimmten Botschaften, Entscheidungen und Überzeugungen durch neue zu ersetzen. Sogenannte “karmische” Faktoren verdichten sich also nur im unbewussten Fall zu einem “festgelegten” Schicksal. Immer mehr Menschen gelingt es heute, sich aus einem Schicksals”zwang” zu befreien und neue Wege aus eigenem Entschluss und ganz individuell zu gehen.

Die Mondknotenachse gibt uns Hinweise auf die gewählte Lebensorientierung, ohne damit einen unabänderlichen Plan vorzuschreiben. Sie  ist dabei der Schlüssel zu Interpretation und eine Besprechung aller weiteren Faktoren im Horoskop macht erst Sinn nach ihrer eingehenden Betrachtung.
Mit anderen Worten: Wir können also jederzeit die Haltestellen eines Zuges nutzen, um auszusteigen und uns neu zu orientieren, eine Ruhepause einzulegen oder bewusst ein neues Transportmittel zu besteigen.

nächste Seite:  Die Mondknotenachse