Die Mondknotenachse

Die Mondknotenachse definiert sich als Schnittlinie zwischen Sonnen- und Mondbahn. Daraus entstanden die uralten Begriffe von “Drachenkopf” für den nördlichen, aufsteigenden Mondknoten und “Drachenschwanz” für den südlichen, absteigenden Mondknoten.

Die Tatsache, dass jeder Mensch in seinem Leben Erfahrungen sammeln oder etwas lernen will, setzt voraus, dass wir einen Teil des "Handwerkszeugs", welches wir dafür brauchen, bereits in dieses Leben mitbringen.

Esoteriker bezeichnen den absteigenden Mondknoten gerne als Vergangenheit (in persönlichem, karmischen Sinne) und den aufsteigenden als Zukunft
(Befreiung von Karma).

Auch wird der südlichen Mondknoten als “Mondpol”, der nördliche als “Sonnenpol” gesehen.

Eine differenziertere Wahrnehmung bietet Weiss*. Er ordnet den absteigenden Mondknoten der Achse 4/10 (Krebs/Steinbock) zu, bei der wir mit allen Themen konfrontiert werden, die unsere Vergangenheitsprägung, unseren Ursprung und unser Gemeinschaftsgefühl betreffen.
Den Nordknoten beschreibt er als der Achse 5/11 (Sonne/Uranus) zugehörig, wo wir die Chance auf  Befreiung von der Vergangenheit bekommen und den Weg eines selbst gewählten Lebens gehen können.
* J.C. Weiss: Karmische Horoskopanalyse Ed. ASTRODATA

Allgemein kann man also sagen, der absteigende Mondknoten repräsentiert das Vertraute, was uns "leicht" fällt und was sich die Gefühlsnatur wünscht und ständig wiederholen möchte, was uns aber festhält, bindet und bereits 'erledigt' ist.
Der nördliche oder aufsteigende Mondknoten ist dagegen ein Experimentier- und Lernfeld, wo wir uns von alten Bindungen und Abhängigkeiten befreien können, indem wir die Möglichkeit erhalten, mutig zu neuen Horizonten aufzubrechen und neue Erfahrungen zu sammeln.

Im Bereich des absteigenden Mondknotens sind wir wie ein Kind, welches von den dortigen Qualitäten zu wenig erhalten hat bzw. leben durfte. Dies erzeugt Frustrationen, die wir oftmals bis ins Erwachsenenalter mit uns schleppen und das Gefühl des “zu-kurz-gekommen-seins”, welches wir gerne unserer Erziehung zuschieben. Dabei macht dies durchaus Sinn, treffen die meisten Kinder doch auf Eltern, die ihnen diesen Zugang zunächst einmal verweigern, um sie darauf vorzubereiten später neue Wege zu gehen, denn irgendwann im Leben kommen wir an den Punkt wo wir deutlich wahrnehmen “hier kannst du nicht bleiben, darauf ist kein Verlass (mehr), du musst weiter !!”

Am aufsteigenden Mondknoten tun wir Dinge, zu denen wir langfristig stehen können, wir sind souverän und weit entfernt von willenlosen Wiederholungen. Die Bedürfnisse am absteigenden Mondknoten müssen allerdings integriert werden, sonst besteht allzu leicht die Gefahr, dass das Neue nur einige Zeit hält und wir in alte, bequeme Verhaltensweisen zurückfallen.

Der absteigenden Mondknoten steht daher auch fuer die Fähigkeiten, die wir in dieses Leben mit hinüberretten. Lediglich die Fixierung darauf führt über die Erwartung von Anerkennung und Zuwendung zu Frustration.  Wird am aufsteigenden Mondknoten jedoch der Gegenpol integriert und die Fixierung aufgelöst, kann die Essenz früherer Erfahrungen in unser jetziges Leben einfliessen. Vergleichbar mit den Bedürfnissen eines Erwachsenen und eines Kindes wuerde es uns wenig nutzen, wenn wir als Kind nicht gestillt wurden, dies als Mangel empfinden und als Erwachsener versuchten, erneut an der Mutterbrust zu trinken. Es würde nicht funktionieren.
Als Erwachsener können wir dieses Bedürfnis jedoch transformieren, z.B. indem wir lernen, auf unseren eigenen Füssen zu stehen, unsere Stärken zu entwickeln oder für andere ein Vorbild zu sein.

Sehr oft sehe ich in Horoskopen solche erfreulichen "Absichtserklärungen", sich von alten Mustern zu verabschieden und für dieses Leben neue Wege zu beschreiten.

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